Our World Is Ended – Feministen aufgepasst

In „Our World Is Ended“ verschwimmt die Realität mit der geschaffenen Spielwelt einer Videospiel-Firma. Der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte mit innovativen Entscheidungs-Möglichkeiten. Wieso der Titel letztendlich leider nicht hält, was er verspricht, erkläre ich euch im Folgenden.

Story

Eine Welt zwischen Realität und Fiktion 
Erkunde eine originalgetreue Nachbildung von Asakusa, einem von Tokios bekanntesten Stadtteilen, während sich langsam Elemente der Spielwelten manifestieren und drohen, den gesamten Stadtteil zu zerstören.

Großartige Grafik und herausragende Optik 
Genieße eine atemberaubende Optik und wunderschöne Illustrationen, die in markantem und lebhaftem Stil gezeichnet wurden. Die detaillierten Umgebungen hauchen Asakusa mit einer unverwechselbaren Atmosphäre Leben ein.

Das interaktive Selection-Of-Soul-System 
Wenn Reiji, der Hauptcharakter, nervös wird, aktiviert sich das S.O.S-System (Selection-Of-Soul-System). Seine Emotionen fließen über den Bildschirm, bevor sie wieder verschwinden. Reagiere schnell auf diese Optionen und finde heraus, wie deine Entscheidungen die Dialoge beeinflussen.

Quelle: Steam

Quelle: pqube.co.uk

Screenshots wie dieser hier haben mich davon überzeugt, dass dieses Spiel genau das richtige für mich sei. Oh, wie lag ich da falsch.

Brüste, Brüste, Brüste…

Ganz ehrlich, Leute. Ich möchte so gerne etwas anderes schreiben und ich habe mich wirklich durch 99% der Spielminuten durchgequält, in der Hoffnung es würde ein Fünkchen von der Story geboten werden, die man mir durch die Beschreibungen versprochen hatte.

Dieses Spiel hält abgesehen von dem wirklich schönen Zeichenstil und der atmosphärischen Musik nichts von all dem was es verspricht.

Nach ungefähr drei Stunden Gameplay, kann ich die Story auf die perversen Gedanken des Protagonisten und die Brüste der weiblichen Hauptcharaktere runterbrechen. Ich schwöre es euch hoch und heilig. Insgesamt gab es zwei interessante Momente, die genau fünf Minuten anhielten. Eine davon ist der obere Screenshot. Darauf folgen sinnlose Gespräche, unnötige Klischees und zwischendurch immer mal wieder ein Zoom auf die hüpfenden Brüste oder ein Gespräch darüber, wieso Frauen mit wenig Busen die schlechteren Menschen sind. Ernsthaft? Ja leider.

Nun wäre das alles gar nicht mal so tragisch, wenn man einfach gewarnt hätte, worauf man sich einlässt. Es soll ja für alles einen Fetisch geben… Stattdessen wird mit einer bombastischen Story geködert und dem sog. „Selection-Of-Soul-System“. Dieses ist hat sich in den drei Stunden Gameplay auch ungefähr drei Mal gezeigt. Von einem Spiel, welches als Visual-Novel gekennzeichnet ist, erwarte ich eindeutig mehr.

Wen haben wir denn da?

Vielleicht hätte ich mich sogar durch ein paar weitere Stunden gequält, wenn wenigstens die Charaktere ansprechend gewesen wären. Der Protagonist kann sich zwischen all den Frauen, die in seinem Team sind, nicht entscheiden und schreckt nicht davor zurück über ihre Oberweite zu sprechen und zu fantasieren. Der Chef des Ganzen Teams kennt überhaupt kein Schamgefühl. Mitarbeiter Nummer drei schreit die ganze Zeit herum, dann haben wir das Mädel, die alles und jeden verprügelt, und nur auf ihre kleinen Brüste reduziert wird. Die kleine Schwester (Oneeee-chan~ Zielgruppe check) und die „Goth“.

Allesamt ohne Background-Story. Allesamt ohne (Non-Klischee)Charakter. Immerhin die englischen Synchronsprecher konnten in den charakterlosen Hüllen überzeugen.

Eine gute Sache gibt es trotzdem

Worin das Spiel sich nicht verstecken muss ist die wunderschöne Grafik. Trotz der dramatisch wichtigen Gespräche über die weibliche Anatomie sind die Figuren nicht überzogen aufreizend und sexistisch gezeichnet. Im Gegenteil! Naja, von der Elfen-Amazone jetzt mal abgesehen…

Auch die Hintergründe lassen sich sehen und verleihen dem Spiel einen typischen Visual-Novel Asia-Stil, der für mich ein Kaufgrund gewesen wäre. Aber Grafik ist nun mal leider nicht alles. Wer über die Brüste hinweg sehen kann oder sich sogar gerne an diesen Diskusionen beteiligen möchte, der darf gerne ohne zu Zögern zugreifen. Aber ich für meinen Teil wurde von den leeren Versprechungen leider nur enttäuscht.

Wer sich ein richtiges interaktives Spiel im Visual-Novel Stil wünscht, der sollte mal bei unserer Review zum ersten Zero Escape Teil vorbei schauen.

35Score
  • Atmosphäre: 10
  • Gameplay: 10
  • Grafik: 80
  • Story: 10
  • Synchronsprecher: 90
  • Sinnlose Gespräche über Brüste: 100
Fazit

Ich habe mir wirklich wirklich Mühe gegeben das Spiel zu mögen. Ich wollte es so sehr, aber es war einfach nicht möglich. Jede Spannung die aufgebaut wird, wird nach wenigen Sekunden gecuttet und dann geht es über Stunden nur noch um die perverse Gedankenspielchen der Männer und die Körpchengröße der Frauen. Da können der Zeichenstil und die gute Synchronisation leider auch nicht drüber hinwegtrösten.


Wer dem Ganzen trotzdem eine Chance geben möchte, findet das Spiel zum Herunterladen im Nintendo eShop. Vielen Dank an PQube für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.


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