Moonlighter – Das Stardew Valley für den Einzelkaufmann

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt einen eigenen Laden zu eröffnen und sich mit protziger Ausrüstung in den nächsten Dungeon zu stehlen? In Moonlighter wird dieser Traum wahr. Ihr entscheidet über Preise, Equipment und welchem Monster ihr als erstes in den Hintern treten wollt. In der folgenden Rezension erfahrt ihr, wieso das Spiel nichts für schwache Nerven ist.

Quelle: nintendo.de

Story

Vor langer Zeit wurde bei einer archäologischen Ausgrabung eine Gruppe von Toren entdeckt. Die Menschen erkannten schnell, dass diese alten Tore Übergänge in andere Gebiete und Dimensionen waren, in denen tapfere und waghalsige Abenteurer unvorstellbare Schätze finden konnten. In der Nähe der Ausgrabungsstätte wurde ein kleines Handelsdorf namens Rynoka gegründet, in dem Abenteurer in der Lage waren, sich auszuruhen und ihre hartverdienten Reichtümer zu verkaufen.

Entdecke den Alltag von Will, einem abenteuerlustigen Ladenbesitzer, der heimlich davon träumt, ein Held zu werden.

Während du dein Geschäft in Rynoka führst, kannst du Gegenstände zum Verkauf anbieten, ihren Preis sorgfältig festlegen, Goldreserven verwalten, Assistenten rekrutieren und deinen Laden ausbauen. Sei jedoch vorsichtig – einige zwielichtige Individuen könnten deine wertvollen Waren stehlen wollen!

Gameplay

Im Dorf Rynoka

Zu Beginn des Spiels sieht das Dorf Rynoka noch recht kahl aus. Auf dem schwarzen Brett findet ihr ein paar potentielle Händler, die der Gemeinde beitreten wollen. Natürlich gegen die richtige Bezahlung. Jap, in diesem Spiel dreht sich wirklich alles ums Geld.

Sobald ihr die Händler in eure Stadt gelockt habt, bieten sie diverse Waren an, die euch auf dem Weg in die Dungeons oder im Verkauf bei euch im Laden helfen werden.

Das Dorf an sich ist recht klein gehalten. Es gibt wenige NPCs, mit denen ihr euch unterhalten könnt, ansonsten bietet eure Heimat aber nichts großartig spannendes an. So kommt ihr beispielsweise an bessere Waffen und Rüstungen oder Elixiere, um euch auf der Dungeon-Durchreise zu heilen.

Im Laden Moonlighter

Namensträger des Spiels ist euer eigener kleiner Laden in dem ihr allerhand Waren verkaufen könnt. Dem Angebot sind keine Grenzen gesetzt. So könnt ihr das Monster Loot, Ausrüstungsgegenstände und Elixiere alle bei euch im Laden verkaufen. Die Preise bestimmt ihr dabei selber. Zu Anfang müsst ihr mit etwas Feingefühl und eurem bis dahin noch sperrlich ausgefüllten Tagebuch die besten Preise schätzen, und die Reaktionen eurer Kunden abwarten. Wenn sie mit dem Preis einverstanden sind, wandert die Ware über euren Verkaufstresen. Bei frustrierten Gesichtern solltet ihr den Preis lieber noch ein wenig runterschrauben.

Vorsicht vor Dieben: Haltet eure Augen offen, denn auch Diebe finden den Weg in euren Shop. Mit einer gekonnten Rolle schlagt ihr denjenigen in die Flucht. Nervig ist dabei dass ihr das geklaute Item danach wieder für eure Verkaufstische positionieren müsst. Ein Dieb kann auch nicht, bevor er sich etwas zum Klauen ausgesucht hat, aufgehalten werden.

In den Dungeons

Einmal die Höhle des Löwen betreten kommt man nicht mehr heraus. Die Dungeons bestehen aus insgesamt drei Ebenen, die bei jedem Besuch neu zusammengestellt werden. Dabei folgen sie gewissen Mustern, sind also nicht ganz zufällig berechnet. Auf jeder Ebene findet ihr eine warme Quelle in der ihr eure Lebenspunkte erfrischen könnte und in greifbarer Nähe einen starken (End-)Gegner.

In manchen Räumen bekommt ihr eine kurze Geschmacksprobe vom nächsten Dungeon. Dort habt ihr dann die Möglichkeit einen Raum voll neuer Gegner und neuem Loot zu entdecken, eher ihr den Dungeon in seiner volle durchstöbern dürft. Diese bringen manchmal natürlich auch mehr Geld als das Loot was ihr im aktuellen Dungeon findet.

Sollte euch eines der gefährlichen Monster zur Strecke bringen, verliert ihr sämtliche Gegenstände in eurer Tasche. Nur die obere Reihe eures Inventars bleibt davon verschont. Wenn ihr also eine Quest von einem Kunden angenommen habt, legt euch die wichtigen Items in die erste Reihe und verlasst den Dungeon zwar tot aber glücklich.

Kleiner Tipp zudem am Rande: Sobald ihr in die Nähe eines Gegners geratet, könnt ihr euer Inventar nicht mehr öffnen. Das Mitbringen von unzähligen Elixieren könnt ihr euch also sparen – Für euch ausprobiert.

Steuerung

Die Steuerung ist größtenteils sinnig und leicht zu verstehen. Während auf A der Hauptangriff ausgelöst wird, gibt es mit B je nach Waffenart eine Spezialattacke (bzw. Verteidigung bei Schild und Schwert). Die Pfeiltasten des linken Joy-Con, sowie der Joystick des rechten Joy-Con, kamen bei mir nicht zum Einsatz.

Was mich jedoch schon den ein oder anderen Trank gekostet hat ist die Belegung des Waffen-Wechsels. Mein rechter Zeigefinger liegt generell auf der ZR Taste. In einem hitzigen Kampf muss man schnell auf die Gegner reagieren und da baller ich gerne abwechseln mit dem Schwert und dann mit dem Bogen drauf. Der Waffenwechsel liegt aber auf der R Taste. ZR ist für die schnell ausgerüsteten Tränke vorgesehen. Somit ist es mir schon mehrere male passiert, dass ich ausversehen einen Trank eingesetzt habe, statt meinen Bogen auszurüsten. Ärgerlich, aber kein Beinbruch.

Nach mehreren Stunden Spielzeit ist es mir außerdem immer noch ein Rätsel, wie man Lachen von Säure oder Lava in den vorangeschrittenen Dungeons bezwingen soll. Selbst wenn ich über diese drüber rolle, erleide ich Schaden. Es wäre schon ziemlich mies, wenn man in den wenigen Screens, wo die Lachen so ungünstig gelegt sind, keine Ausweichmöglichkeit hätte.

Der Schwierigkeitsgrad

Wenn ihr das Spiel startet habt ihr die Auswahl zwischen drei Schwierigkeitsgraden. Naja sagen wir zwei, denn „“ ist für den ersten Durchlauf nicht freigeschaltet. Die Wahl bleibt also bei „Schwer“ oder „Sehr schwer“. An „Normal“ oder gar „Leicht“ solltet ihr bei Moonlighter gar nicht erst denken. So oder so die Monster werden euch ordentlich vermöbeln. Ich hatte auf „Sehr schwer“ angefangen, da es angeblich für den normalen Spieler angemessen wäre, habe dann aber nach einer frustrierenden Stunde auf „Schwer“ umgestellt. Dies ist allerdings nur außerhalb der Dungeons möglich. Also seid gewarnt.

So groß der Frustfaktor bei den Game Overs auch ist, aus irgendeinem Grund habe ich mich nach jeder Niederlage ermutigt gefühlt, den Weg erneut anzutreten. Das schafft nicht jedes Spiel bei mir, von daher großes Lob an die Level-Designer.

Grafik

Das Spiel glänzt mit einer detaillierten Pixel-Grafik. Natürlich sind die Tage der 24-Bit Klassiker längst vergangen. Moonlighter hebt das Pixel-Genre auf eine neue Ebene und vereint so modernes Rendering mit altem Charme. Das Dorf, die Kunden, die Monster in den Dungeons – alles ist bis ins Detail liebevoll gestaltet und hat mir sehr gut gefallen.

Nanu? Wer ist denn das?

Ob gewollt oder nicht, aber ab der dritten Laden-Verbesserung haben neue Kunden meinen Laden besucht und erinnert euch der nette Herr mit seinem blauen Schild nicht auch an einen bekannten Nintendo Helden?

Zwei kleine Bugs

Zwei Kleinigkeiten, die dem Spielerlebnis keinen Abriss tun, lief ich während meiner Spielzeit über den Weg.

Im Wald-Dungeon hing ich plötzlich nach einer akrobatischen Rolle in einer Wand fest. Ich konnte zwar noch das Menü aufrufen und Gott sei dank auch den Teleporter ins Dorf aktivieren, trotzdem war es natürlich ärgerlich.

Ein zweiter, leider permanenter Bug, ist der Shop der Hexe. Wenn man seine Ausrüstung verbessern möchte und sich der Dialog zur Auswahl des Items öffnet, kann man die Preise und Verbesserungen des ersten Gegenstands nicht direkt einsehen. Man muss erst einen anderen Gegenstand auswählen, damit die Infos sichtbar werden.

95Score
Fazit

Lasst euch weder von der Auswahl der Schwierigkeitsgrade „schwer“ und „sehr schwer“ abschrecken, noch von der Tatsache dass ihr einige frustrierende Spiel-Momente erleben werdet, wenn ihr in den Dungeons euer Leben und eure Items lasst. Trotz des Schwierigkeitsgrads ist Moonlighter ein tolles Spiel mit hohem Suchtfaktor. Wem Stardew Valley gefallen hat, der kommt sicherlich auch bei Moonlighter auf seine Kosten. Den Preis könnt ihr für dieses Spiel leider nicht selbst bestimmen, aber vielleicht findet ihr ja im nächsten eShop Sale das ein oder andere Schnäppchen.


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