Alvastia Chronicles – Retro RPG für die Switch

Alvastia Chronicles – ein Spiel mit dem gewissen Retro-Charme und damit wie geschaffen für eine Nintendo Konsole. Leider wird der Spielfluss von einem fiesen Steuerungsbug gestört. Warum das RPG trotzdem einen Blick wert ist, erkläre ich euch in dieser Review.

Quelle: www.nintendo.at

Story

Als Elmia und ihr Bruder Alan herausfinden, wer vor zehn Jahren ihre Eltern getötet hat, schwören sie Rache. Sie müssen gegen eine Flut von Monstern ankämpfen, damit in Alvastia endlich wieder Frieden einkehrt.

Sie versuchen, eine Armee aus den unterschiedlichsten Mitstreitern aufzustellen. Doch wird es ihnen gelingen, den Mörder ihrer Eltern vor Gericht zu bringen – und darüber hinaus die Welt zu retten?

Alan und Elmia treffen auf ihrer Reise auf über 100 rekrutierbare Charaktere und erleben hitzige Schlachten mit bis zu 13 Mitkämpfern. Waffen-Upgrades, eine Kampfarena und diverse Missionen sind nur ein kleiner Teil dessen, was dich in Alvastia Chronicles erwartet!

Quelle: Nintendo eShop

Grafik

Ich bin ein Kind der 90er und weiß eine gute Pixelgrafik zu schätzen. Die Grafik von Alvastia Chronicles erinnert mich stark an Dragon Quest Monsters für den Gameboy Color. Im Gegensatz zu neueren RPG Maker Spielen, haben die Charakter nachvollziehbare Proportionen und keine Riesenköpfe…Thank god!

Quelle: www.nintendo.at

Gameplay

Bereits in der ersten Spielstunde werdet ihr mit allerhand Tutorials überhäuft. Ich bin ein Mensch weniger Worte, frei nach dem Motto „Learning by doing“. Daher neige ich dazu bei zu langen Tutorials, diese einfach zu überspringen. Das solltet ihr in diesem Falle aber nicht tun, da die Interfaces meiner Meinung nach nicht selbsterklärend sind. Im Nachhinein fällt es mir also schwer die Funktionen zu verstehen und zu nutzen.

Das Spiel ist darüber hinaus nur in englischer Sprache verfügbar. Davon sollten sich Englisch Anfänger aber nicht abschrecken lassen, da die Texte recht einfach gehalten sind. Liegt vermutlich auch an der eher jüngeren Zielgruppe.

Mitstreiter verbündet euch!

Das mit Abstand beste Feature des Spiels ist das Companion System. Über 100 Mitstreiter könnt ihr konvertieren, wobei euch manche ohne Zutun ihre Hilfe anbieten und andere erst von euch überzeugt werden müssen. Die rekrutierten Figuren könnt ihr genau wie euren Hauptcharakter leveln und mit Skills ausrüsten. Zu jedem Charakter gibt es außerdem eine kurze Information, wo ihr ihn gefunden habt und was ihn ausmacht.

Mir haben es ganz klar die [Anima] Figuren angetan, da sie ein animalisches Aussehen haben und in der Pixelgrafik prima zur Geltung kommen. Direkt am Anfang habe ich mir quasi eine Katzenarmee zusammengestellt. Purr, purr!

Einweihungsgeschenk: Ultima Waffe

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich den Code zum Testen bekommen habe, aber ich hatte bereits zu Anfang ziemlich viele Edelsteine. Der Spiel-Shop stand mir also zur freien Verfügung. Unter den Items des Shops fand sich eine Waffe namens „Ultima Blade“ (Klingelt es da bei den Final Fantasy Fans?). Diese verleiht dem Hauptcharakter 50% mehr Stärke, zudem verdoppelt sie die Chance auf kritische Treffer und das direkt am Anfang des Spiels! Ihr könnt euch also vorstellen, wie vielen Schlägen die bösen Monster stand halten konnten. Keinem.

Natürlich wird kein Spieler dazu genötigt die Credits im Shop auszugeben, jedoch trägt der frei verfügbare Shop ebenfalls dem Wucher an Spielmechaniken bei, was gegebenenfalls im späteren Spielverlauf besser aufgehoben wäre.

Die Tombola

Neben dem Eintausch von Edelsteinen für coole Waffen oder Items, gibt es auch eine Tombola namens „Pillar Killers“. Auch hierfür werden euch entweder Edelsteine oder Tickets berechnet. Nach einer kleinen Animation, vorgeführt von eurer Schwester Elmia, erhaltet ihr entweder ein Item oder einen Mitstreiter. Dazu gibt es auch gleich die Info über die Seltenheit des Gewinns. Als kleiner Zeitvertreibt für Zwischendurch hat mir dieses Feature sehr gut gefallen.

Neben dem Shop und der Tombola gibt es für ein paar wenige Euros außerdem kostenpflichtigen Extra-Content im Ninendo eShop, mit dem ihr bspw. mehr Schaden verteilt. Meiner Meinung nach wird dieser aber, soweit ich das zu diesem Zeitpunkt beurteilen kann, nicht nötig sein.

Kampfsystem

Bekannt aus den älteren Final Fantasy Teilen oder Spielen wie Golden Sun für den Gameboy Advance ist das rundenbasierte Kampfsystem. Die Figuren und die Monster greifen also erst an, sobald sie an der Reihe sind. Alvastia Chronicles wartet allerdings mit einem ausgeklügelteren System auf. Ihr schickt insgesamt drei Truppen à vier Mitstreitern in den Kampf, die an verschiedenen Positionen stationiert sind.

Quelle: www.nintendo.at

Am oberen Rand findet ihr die Anzeige, welche Truppe als nächstes angreifen kann. Ansonsten ist der Kampf-Bildschirm mit den üblichen Kommandos bestückt: Normale Attacken, Spezial-Attacken, Items, Verteidigung und die Möglichkeit aus dem Kampf zu fliehen.

Überraschenderweise werden alle Charaktere nach einem erfolgreichen Sieg (oder einer erfolgreichen Flucht) geheilt. Ins Schwitzen kommt ihr also höchstens während der Kämpfe, wenn eure HP langsam zur Neige gehen.

Großes Manko bei der Switch-Steuerung

So vielversprechend das Spiel in seiner Grafik und Gameplay-Ideen auch wirkt, so gibt es einen großen Bug auf der Nintendo Switch, der mir das Weiterspielen unmöglich machte. Ich habe es mit verschiedenen Controllern versucht. Mit einem 8BitDo Controller, mit den Joy Cons im Handheld- sowie Dock-Modus, doch bei allen Versuchen trat der selbe Fehler auf. Statt in die angegebene Richtung zu laufen, wechselt die Gruppe ohne sichtbares Muster und ohne sichtbare Regelmäßigkeit einfach die Richtung. So ist es unmöglich eine längere Strecke geradeaus zu laufen. Das ist vor allem aber auch in den Kämpfen nervig, weil der Cursor im schlimmsten Falle nicht einmal den Weg auf einen bestimmten Button findet.

Das hat mir den Spielspaß leider gänzlich genommen, weshalb ich das Spiel gedropped habe. Vermutlich ist da etwas bei der Portierung vom Handy schief gelaufen, denn weder für die Android Version noch die von Steam konnte ich ähnliche Probleme im Netz finden. Bleibt zu hoffen dass KEMCO schnellstmöglich einen Fix zum Download nachliefert.

EDIT: KEMCO haben mir Rückmeldung gegeben, dass andere Spiele diese Problem bisher nicht gemeldet haben. Daher liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass ein Einzelfall sein könnte. Ich bin weiter mit ihnen dran und suche nach einer Lösung.

55Score
Fazit

Alvastia Chronicles lockt mit seiner wunderschönen Retro-Grafik und dem tollen Mitstreiter-System. Aufgrund eines Bugs in der Steuerung wird der Spielspaß aber deutlich gemindert. Wer sich davon und von den unzähligen Spielmechaniken nicht abschrecken lässt, kann mit Alan ein schönes Rollenspiel erleben.


Das Spiel findet ihr zum Herunterladen im Nintendo eShop. Vielen Dank an KEMCO für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.


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