Spellbreak Preview – Mit Magie gegen Fortnite & Co.

Eine Lawine rollt den Hang herunter, eine Feuerbrunst bricht darüber hinweg und hinterlässt eine siedende Fütze, wenig später schlägt ein Blitz ein. Alles auf dem Bildschirm eskaliert! – Nein, ich rede hier nicht von Magicka oder dem feuchten Traum eines Harry Potter Fans. Ich rede von „Spellbreak“. Ein weiteres Battle-Royale Spiel, das vom noch relativ unbekannten Studio Proletariat Inc. entwickelt wird. Es ist bunt, laut, voller Magie und versucht sich deutlich von der Konkurrenz um Fornite/PUBG/Apex abzugrenzen. Was heißt das im Detail? Ich habe für euch endlich die Closed Alpha spielen können und … Na, lest selbst!

Das Erste was Spellbreak schon maßgeblich von der Konkurrenz unterscheidet ist, dass ihr euch von den heiß geliebten Waffen verabschieden müsst. Aber keine Sorge, denn trotzdem müsst ihr wie bei den meisten Battle-Royale Spielen in den ersten Sekunden des Spiels panisch nach einem Gegenstand suchen um wehrhaft zu sein. Der Twist? Ihr sammelt Handschuhe auf, die euch die Kontrolle über ein bestimmtes Element geben. Anstatt Kugeln fliegen euch hier also Zauber um die Ohren. Aber das ist noch nicht Alles.

Zu Beginn jeder Runde wählt ihr eine Hauptklasse und eine Nebenklasse, die alle mit verschiedenen passiven Fähigkeiten daherkommen. Ihr levelt während der Runden auf und müsst euch zwischen Fertigkeiten entscheiden. Es gibt Runen, die euch eine weitere aktive Fähigkeit neben euren zwei Handschuhen geben. Dann noch Schuhe, Gürtel und Talismane die ich passive Boni verleihen.

SO VIEL ZEUG AUFEINMAL! Gucken wir uns das mal der Reihe nach an.

„Magier sollt ihr sein!“ – Die Klassen

12 Klassen sollt ihr sein, oder so.

12 Klassen stehen vor jeder Runde zur Auswahl. Aus diesen wählt ihr eine Haupt- und eine Unterklasse. Namentlich haben wir da Bulwark, Conduit, Crack Shot, Frostborn, Pyromancer, Scavenger, Scholar, Scout, Stoneshaper, Tempest, Toxicologist und den Zealot.

Jede dieser Klassen kommt mit einem vierteiligen Set an sogenannten Schriftrollen daher und einem passiven Bonus daher. Während ihr die Schriftrollen und deren Boni erst während der Runde über Skill-Punkte verdient, so startet ihr stets mit einem passiven Bonus eurer gewählten Klassenkombination. So hat die Bulwark-Klasse zu Beginn die „Fortify“-Schriftrolle, sodass der eigene Charakter alle 10 Sekunden 5 Rüstung regeneriert – wenn er denn gerade Rüstung hat. Der Pyromancer widerrum erhält die Schriftrolle „Phoenix’s Rebirth“ zu Beginn und steht so nach seinem ersten Tod mit 50% seiner Lebenspunkte wieder aus der Asche auf. Weitere Schriftrollen, die man während der Runde wie gesagt für Skillpunkte erwirbt, geben den eigenen Feuerzaubern eine Chance den Gegner mit einem sogenannten DoT (Damage over Time – Schaden über Zeit) zu versehen, oder man heilt sich wenn man in einer Feuerwand steht.

Die Skillpunkte verdient ihr euch übrigens indem ihr eine neue Safezone (Kreis auf der Karte) erreicht, einen Schrein erobert, oder einen Gegner ins Exil verbannt während ihr die „Vivisection“-Schriftrolle des Zealots ausgewählt habt. Ihr könnt bei Erhalt eines Skillpoints übrigens immer nur eine Schriftrolle wählen und müsst da zwischen euren zwei Klassen entscheiden.

Das Spiel stellt euch mit dieser Mechanik so jede Runde vor eine schwere Wahl, fordert euch heraus neue Kombinationen zu finden (gerade mit Hinblick auf die verschiedenen Elemente der Handschuhe) und ist allein damit im Einheitsbrei der BR-Shooter schon sehr erfrischend.

„Kein Infinity-Gauntlet, aber unendliche Möglichkeiten!“ – Die Handschuhe & Elemente

Und dann sind da noch die Handschuhe, die die üblichen Waffen der Konkurrenz hier ersetzen. Wenn ihr dann also aus dem Himmel fallt und in der idyllischen Mittelalter-Landschaft aufschlagt wie ein Superheld, dann sucht ihr erstmal händeringend (haha!) nach euren ersten Handschuhen. Jeder Handschuh kommt mit einem eigenen Element; Eis, Feuer, Blitz, Stein, Gift, Wind und dazu gehörigen Zaubern daher.

Messer, Gabel, Schere, Gift, damit spielt der Magier nicht. DENKSTE!

Mit Links- und Rechtsklick werft ihr so ein zu eurem Element passendes Geschoss aus dem linken oder rechten Handschuh und mit Q/E setzt ihr einen passenden Flächenzauber ein, der dafür einen hohe Abklingzeit hat. Damit ihr jetzt nicht aber blind eure Zauber durch die Gegend werft habt ihr neben euren Lebenspunkten und eurer Rüstung noch einen Manahaushalt, den ihr managen müsst. Haltet ihr Q/E gedrückt erscheint ein Flächenindikator, damit ihr den Zauber auch gezielt an einer gewünschten Stelle platzieren könnt. Tragt ihr also einen Feuer-Handschuh, dann werft ihr damit einen einzelnen starken Feuerball. Tragt ihr einen Blitz-Handschuh, dann sendet ihr auf jeden Klick 3 schnelle Blitze aus die etwas weniger Schaden machen – stellt es euch in etwa wie eine Waffe vor, die im Burst (Stoß) – Feuermodus operiert.

Das ist noch nicht komplex genug!

Jetzt haben diese verdammten Handschuhe aber auch noch verschiedene Seltenheitsstufen (common, rare, epic, legendary) und sind damit verschieden stark. Weiterhin will man natürlich nicht nur legendäre Handschuhe haben, sondern Handschuhe die mit den Schriftrollen-Eigenschaften der gewählten Klassenkombination korrelieren und landet so in einem wahnwitzigen Zyklus der Handschuh-Suche um sein Potential auszuschöpfen.

Dir wird es zu kompliziert? Warte, warte, da gibt es noch mehr! Die Elemente interagieren nämlich auch noch untereinander und geben dem System noch mehr Tiefgang. Dein Gegner beschwört eine Feuersbrunst? Kein Problem, leg eine Eisdecke drüber und lass schädlichen Dampf entstehen. Vor dir türmt sich eine riesige Giftwolke auf, die deinen Feind umschlingt? Jag einen Feuerball hinein um daraus ein höllisches Drachenfeuer werden zu lassen. Die unterliegende Unreal-Engine gibt sich größte Mühe das Zauberspektakel auf deinem Bildschirm eskalieren zu lassen und diese Kombinationen sind unglaublich befriedigend, wenn man sie gezielt einsetzen konnte.

Wenn die Elemente aufeinanderkrachen, dann geht es wild und divers zur Sache. (Quelle: https://spellbreak.gamepedia.com/)

„In der Rune liegt die Kraft“ – Runen & Ausrüstung

„Die Macht der Elemente ist aber nicht genug.“, müssen sich die Entwickler aber gedacht haben als sie zusätzlich noch die Runen in das Spiel gebracht haben. Wie Handschuhe, Tränke, Schuhe, Talisman, und Gürtel findet ihr diese Runen ebenfalls in den überall verstreuten Kisten.

So wie die Handschuhe gewähren euch die Runen eine aktive Fähigkeit. Diese sind aktuell zumeist auf Mobilität ausgelegt und haben hohe Abklingzeiten. Da ist zum Beispiel die „Chronomaster“-Rune, die euch 4 Sekunden zurückversetzt – sowohl vom Ort als auch den Stand eurer Lebens/Rüstungs/Manapunkte. Die „Shadowstep“-Rune widerrum lässt euch einen Satz nach Vorne machen und gibt euch ber einen kurzen Zeitraum Unsichtbarkeit. Perfekt um den Gegner zu überraschen. Aktuell gibt es „nur“ 8 Runen verschiedener Seltenheit im Spiel.

Die Runen haben verschiedene aktive Fähigkeiten, die ihr einsetzen könnt. (Quelle: https://spellbreak.gamepedia.com)

Die Talismane, Gürtel, und Schuhe sind da etwas einfacher gestrickt. Anstatt einer aktiven Fähigkeit erhaltet ihr einen passiven Bonus, der mal eure Eis-Zauber verstärkt, mal euer Lauftempo erhöht, oder euch Lebenspunkte regenerieren lässt. Diese Items können manchmal wirklich das Zünglein an der Waage sein und euch den nötigen Vorteil in einem ebenbürtigen Kampf geben.

Zu kompliziert? – Ein Ausblick

Man muss Spellbreak zu Gute halten, dass man es eben nicht wie die Konkurrenz mit wenigen Sätzen erklären kann. Es ist eben kein weiteres Battle-Royale Spiel von der Stange, bei dem man aus dem Himmel fällt, eine Waffe einsammelt, und seine Kontrahenten für ein „Chicken-Dinner“ über den Haufen schießt.  Stattdessen versucht man dem Spieler hier deutlich mehr Freiheiten zu geben, man will ihm Kombinationsmöglichkeiten geben, und ein anspruchsvolles buntes Spiel auf die Welt loslassen.

Aber ist das tauglich für den Massenmarkt?

Aktuell zweifle ich noch daran. Ein Großteil der Nutzer wird von dem tiefgreifenden System zwischen Elementen, Klassen, Runen, Schriftrollen anfangs so überfordert sein, dass sie dem Spiel erst gar keine Chance geben. Das Gute ist: Noch ist Spellbreak in der Closed Alpha und die Entwickler haben noch viel auf ihrer Agenda. Nichts hält sie davon ab ein umfangreiches und spaßiges Tutorial zu programmieren, dass Neueinsteigern den Frust nimmt, oder dem System einen Teil seiner Komplexität zu nehmen.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt und hoffe sehr dass der Mut zur Lücke von Proletariat Inc. belohnt wird.

Wenn ihr Spellbreak übrigens selbst mal spielen wollt, dann meldet euch doch einfach mal für die Closed Alpha auf der offizielen Homepage an.

In regelmäßigen Wellen lässt der Entwickler mehr wackere Magier in spee auf sein Spiel los. Vielleicht grillt man sich schon bald gegenseitig mit Feuerbällen, aber bis das der Fall ist freue ich mich schon auf eure Meinung in den Kommentaren!

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