Shadowverse: More like Erotikverse

CN Freizügigkeit/Sexismus. Ich bin schon länger auf der Suche nach einem guten Trading Card Game für die Switch. Ich war ein großer Fan von dem Gameboy Advance Spiel „YuGiOh – Die heiligen Karten“. Ein Spiel, was das bekannte Kartenspiel mit Adventure Elementen und der Geschichte aus dem gleichnamigen Anime verknüpfte. Das Gleiche schien auch Shadowverse zu versprechen. Warum Eltern gegebenenfalls von diesem ab 6 Jahren freigegebenem Spiel absehen sollten, erkläre ich euch im Anschluss.

Screenshot von Shadowverse

Meine Anforderungen waren schnell zusammengefasst: Ein Spiel, was Adventure und Kartenspiel vereint und nicht YuGiOh ist. Shadowverse bot beides, dazu eine nette Anime-Grafik, inklusive Synchronisation. Die Karten-Designs, die man auf den Screenshots erahnen konnte, waren im Gegensatz zur restlichen Grafik überraschend realistisch. Diesen Ansatz kannte ich bereits von einem anderen Karten-Anime namens „Duell Monsters“, weshalb ich mich nicht daran störte.

Ich bin dankbar für jedes teure Spiel, was im Nintendo Eshop eine Demo anbietet. Auch Shadowverse gehört mit seinem Preis von ca. 50€ zu diesen Spielen. Prima also um in das Spiel hinein zu schnuppern und bei Gefallen das Geld zu investieren.

Die Story ist, zumindest am Anfang, vorausschauend einfach gehalten. Hier möchte ich zum ersten Mal auf die Altersfreigabe von 6 Jahren hinweisen. Ich habe daher keine großartig komplexe Geschichte erwartet. Zunächst einmal habe mich für eine männliche Figur entschieden, deshalb schreibe ich im Folgenden über „den Protagonisten“. Dieser findet sich auf einer neuen Schule wieder, wo er ziemlich schnell Freunde findet, die ihm von dem neuen Kartenspiel erzählen und ihm in einfachen Kämpfen die Regeln erklären. Die Karten sind größtenteils selbsterklärend und auch der allgemeine Ablauf eines Duells ist verständlich aufgebaut – das Spiel macht Spaß.

Ich denke ich habe ungefähr eine Stunde in das Spiel investiert, um bis zu dem Punkt zu kommen, wo das allgemeine Tutorial abgeschlossen ist und man sich das erste Mal frei in der Welt bewegen kann. Um einen herum findet man eine Hand voll Shadowverse Spielern, die nur darauf warten herausgefordert zu werden. Und da kommen wir nun zu dem Problem.

Jede Karte ist einer bestimmten Klasse zugeordnet. Das kennt man auch von anderen Kartenspielen wie „Magic – The Gathering“. Dort werden beispielsweise die grünen Karten oft von Tieren oder Fantasiekreaturen geziert. Bei ungefähr sechs Duell-Partnern mit unterschiedlich spezialisierten Decks, erwarte ich also eine gewisse Art von Diversität. Leider wurde ich da maßlos enttäuscht.

Jeder – absoluter jeder – Spielpartner auf diesem Feld führte ein Deck voller leicht bekleideter, teils vollbusiger Frauen Karten in anzüglichen Posen.

 

Freizüges Karten-DesignFreizügiges Karten-DesignFragwürdiges Karten-Design

 

Wenn ich es in Prozent zusammenfassen müsste, würde ich auf 90% dieser Karten tippen und 10% Drachen. Ich erwähne an dieser Stelle nochmal die FSK 6 Freigabe. Aber selbst eine angepasste Altersfreigabe würde diese Art des Sexismus nicht entschuldigen. Denn von freizüglichen Männer Karten mit prall gefüllter Hose fehlt jede Spur.

Aber gehen wir noch einen Schritt weiter, denn die Karten-Bilder sind nicht das einzige, was in diesem Spiel Sexismus schreit. Jedes Mal wenn eine Karte gespielt wird, gibt es einen eingesprochenen Satz zu hören. Das kann bei den Drachen-Karten (mit männlicher Stimme) ein einfaches Kriegs-Gebrüll sein oder etwas harmloses wie „Ich bin hier um für euch zu kämpfen“. Die Karten mit den weiblichen Bildern hingegen, haben Sätze wie „Für dich, mein Meister“ einprogrammiert und dass mit klischeehaft-gedrückter Stimme.

Interessanterweise findet man sowohl in der eShop Galerie, als auch auf den ersten Seiten der Google-Suche, nur wenige der besagten Karten, die am Anfang des Spiels zu sehen sind. Zufall?

Ich für meinen Teil finde, dass so etwas nicht in ein Spiel gehört. Schon gar nicht mit einer Altersfreigabe von 6 Jahren. Wem solche Art der Darstellung gefällt – bitte – aber dann entsprechend ausgezeichnet und vor allem auch mit entsprechend männlichen Pendants.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Social Share Buttons and Icons powered by Ultimatelysocial